Thorndal Magnetic Pickup Reference System
Ausgangspunkt:
 

Elektromagnetische Pickups sind wesentlicher Faktor für die Klangeigenschaften einer E-Gitarre. Sowohl für den Gitarristen als auch für den Gitarrenbauer stellt sich dabei jedoch die Frage: "Welche Kriterien bieten sich, um den Klang eines Instruments beurteilen zu können?

Die Antworten auf diese Frage fallen in der Regel sehr vage aus:

    "...klingt so ähnlich wie..."
"...hat viel Power..."
"...sehr gutes Obertonverhalten..." usw.
 

Alle Versuche einer Klangbeschreibung werden letztendlich erfolglos bleiben, da keine feststehenden Definitionen, Begriffe oder Normierungen als Grundlage hierbei dienen können.

Thorndal hat es sich daher als weltweit erster Hersteller zur Aufgabe gemacht, in den kommenden Jahren Standards für die Herstellung und Beurteilung von Tonabnehmern zu definieren und einzuführen.

Grundsätzliches:
  Eine E-Gitarre ist ein komplexes Gebilde aus verschiedenen Materialien, als da wären
    - Holz
- Metall
- Lack
- elektronische Bauteile
 

Diese verschiedenen Bauteile haben spezifische Eigenschaften. Zum Beispiel variiert Holz nach Art und Dichte in seinen Resonanzeigenschaften. Metalle bestehen aus verschiedenen Legierungen und auch der Lack trägt in seinen verschiedenen Ausführungen zur Klangbildung bei. Und schließlich haben elektronische Bauteile wie Pickups Fertigungstoleranzen, all zu oft mit Abweichungen bis zu 30% vom Nennwert.

Das Gebilde E-Gitarre "schwimmt" also durch diese vielen Unwägbarkeiten. Eine eindeutige klangliche Definition auch baugleicher Instrumente ist somit kaum möglich. Selbst Profis fällt es dadurch schwer zu einem vergleichbaren Urteil zu kommen und eindeutige Aussagen zu treffen.

Und welcher Weg führt nun aus diesem Dilemma?
  Thorndal hat es sich zur Aufgabe gemacht, aus den vielen Bestandteilen der E-Gitarre (zunächst) die Pickups zu isolieren und auf ihre klangliche Eigenschaft hin zu erfassen. Der hierfür erforderliche Aufwand ist mit Hightech-Unterstützung vertretbar, wohingegen die übrigen Bestandteile der E-Gitarre wesentlich schwieriger zu klassifizieren sind.
Der Referenz - Pickup
  Um diese referenztauglichen PUs herstellen zu können, mussten vorab folgende Fragen geklärt werden:
 
  • Welche Pickup-Sounds sind von allgemeinem Interesse?
  • Welche Materialien sind präzise genug, um geringste Toleranzen gewährleisten zu können?
  • Welche Wickelmaschine eignet sich zur Herstellung?
  • Wie haben die Ergebnisse auszusehen?
  In mehrjähriger Entwicklungsarbeit haben wir die Antworten auf diese "4 großen W's" gefunden:
    "W" Nummer 1:
    Die Befragung von Set Neck-Spielern verschiedenster Stilrichtungen ergab, dass vintage-orientierte PU-Sounds bevorzugt werden, die sich in 3 Kategorien einordnen lassen:
   
  • klarer offener Sound mit viel "twäng", orientiert am Sound der 50er-Jahre
  • klarer offener Sound mit mehr Mitten und etwas mehr Leistung, orientiert an den Sounds der 60er-Jahre
  • fetter, mittiger Sound mit ausreichend Brillianz zum besseren Ansteuern von Overdrive-Einheiten (Bridge-PU)
   

Allen Gitarristen war ein mulmfreier Bassbereich wichtig.

Bei den Humbuckern fielen die Angaben eindeutiger aus:

   
  • vintage-orientierter Sound mit warmen Mitten, sauber definierten Obertönen mit der Tendenz zum Umkippen in Flageolettes (siehe alte PAF's)
  • klar definierter Klang mit einer "Nase" im oberen Mittenbereich für modernere Sounds im Highgain-Bereich (hauptsächlich für die Bridge-Position)
    Eine perfekte Saitentrennung im Overdrive-Bereich sowie etwas mehr Leistung für den Bridge-Humbucker waren weitere häufig genannte Eigenschaften. Auffallend ist, dass sich diese Anforderungen in allen Stil- und Markenrichtungen finden.
    "W" Nummer 2:
    Die Suche nach geeigneten Materialien für die Herstellung der Referenz-Pickups war nicht so schwierig wie die Befragung der Gitarristen! Als Hightech-Standort machte sich Deutschland wieder einmal einen guten Namen und so wurden wir schnell fündig. Zwar sind unsere Lieferanten kreuz und quer über das ganze Bundesgebiet verstreut, aber die Qualität der Materialien ist dafür sehr gut.
    "W" Nummer 3:
    Bei den handelsüblichen vollmechanischen Maschinen entstehen zu hohe Wickeltoleranzen, beispielsweise durch Drahtdehnung, so dass sehr schnell die Entscheidung für ein computergesteuertes System getroffen wurde. Durch entsprechende Programmierung sollten alle Wickelparameter genau justiert und vor allem immer wieder exakt reproduziert werden können.
Da eine solche Maschine nicht auf dem Markt erhältlich ist, musste sie selbst konzipiert und gebaut werden.
Als Kerndaten für die Steuerung wurden die Durchschnittsdaten der bei der Befragung verwendeten verschiedenen Pickups herangezogen.
    "W" Nummer 4:
   

Die von den Musikern genannten Klangcharaktere fanden ihren Niederschlag in den angebotenen Singlecoil- und Humbuckerserien.
Die mit diesen Pickups durchgeführten "Hörversuche" (als Testgitarren dienten zufällig ausgewählte Seriengitarren bekannter Hersteller, wobei die Teilnehmer nicht wussten, mit welchen PUs das Instrument bestückt war) sprachen für sich: 70% der als Favoriten genannten PUs stammten aus unserer Produktion. Die Renner waren das Thorndal Mojo Blues Set und die Kombination Thorndal Neck-Humbucker 3.1 und Bridge-Humbucker 3.3.
Somit können unsere Pickups in klanglicher Hinsicht als Referenzpickups angesehen werden.

Ein weiterer Test zur Referenztauglichkeit der PUs ergab Folgendes:
Verschiedene zu beurteilende Instrumente wurden mit Mojo Blues Sets bzw. 3.1/3.3-Humbuckern bestückt und anschließend miteinander verglichen. Aufgrund der zu vernachlässigenden Pickuptoleranzen (< 1%) ergab sich, dass nur noch die Instrumente, nicht aber das Klangbild der Pickups beurteilt wurden. Erstaunliches Ergebnis: So manche "Billigklampfe" lag gar nicht so weit von den teureren Instrumenten entfernt. Fehler durch Pickuptoleranzen verfälschten das Klangbild der Instrumente nicht mehr, die Eigenheiten jedes Instruments konnten perfekt verglichen werden.
In Bezug auf die Pickups bedeutet dies, dass ein Vergleich mehrerer Instrumente ohne lästiges Umbauen der Pickups erfolgen kann: Jedes Set kann als Referenzset verwendet werden. Das hat Vorteile in der Herstellung von E-Gitarren: Der Gitarrenbauer kann mittels der Referenzpickups nun beispielsweise Holz- und Verarbeitungsvarianten auf Tauglichkeit überprüfen. Er kann sich dabei voll auf das Instrument als solches konzentrieren. Die hohe Produktkontinuität der CADCAM-Serienpickups kommt also dem Kunden auch auf diesem Weg zugute.

Fazit:
 

So weit, so gut! Dem Gitarristen kann mit den Referenz-Pickups der Thorndal CADCAM-Serie ein verlässliches Produkt an die Hand gegeben werden, durch das eine Orientierung im "Pickup-Dschungel" leichter fallen wird.

Und abschließend sei noch einmal gesagt: Die Entwicklung und Produktion dieser PUs dient nicht dazu, die weltbesten Pickups herzustellen. Es sollte ein Industriestandard festgelegt werden, der sich nicht am unteren Ende der Qualitätsskala orientiert, sondern am oberen.

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