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Am Anfang stand der Kundenwunsch: "Bau doch mal ein Modell
wie das von Leo damals....du weißt schon, das er aus Ampgehäuseholz
gebaut hat.......
Und am Anfang standen VIELE Kundenwünsche nach leichten Instrumenten,
ohne Obertonverlust, ohne Matsch im Bassbereich usw usw.
Und dann wären da natürlich noch die Neugier, die Experimentierfreude
des Gitarrenbauers zu nennen. Aber der soll hier mal selbst berichten:
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"So
viele Kundenwünsche - also habe ich mich auf die Suche nach
einem Holz gemacht, das vielen Anforderungen gerecht werden musste:
Zunächst sollte es ein europäisches Holz sein, da ich
unabhängig von Importen aus den USA sein möchte.
Dann: Leo hatte damals massive Probleme mit ausfließendem
Harz aus sog. Harzgallen, was dann zu heftigen Klebeattacken geführt
hat. Gefragt war also ein leichtes Nadelholz ohne Harzgallen,
stabil genug um daraus E- Gitarrenbodies zu machen.
Fündig
wurde ich beim Tonholzlieferanten meines Vertrauens, der zunächst
stirnrunzelnd und kinnreibend in den unergründlichen Tiefen
seines "old stock"-Holzlagers verschwand, schließlich
aber mit strahlendem Gesicht eingestaubt wieder auftauchte und
mir zwei Stücke Holz in die Hand drückte, die eigentlich
mal was ganz Anderes hätten werden sollten......
Rein ins Auto, heim und sofort losgefräst..... Die Bearbeitbarkeit
war in Ordnung und so rückte dann die Stunde der Wahrheit
immer näher.
Schon beim Besaiten der ersten Gitarre vernahm ich die kristallklaren
Lebenszeichen. So etwas kannte ich bis dato noch nicht, obwohl
ich glaubte schon so ziemlich alles über E-Gitarren zu wissen.
Und dann war sie fertig, die erste TC 52 N aus AngelPine!
Am Verstärker
eröffnete sich mir ein neues Klanguniversum. Alles war anders,
besser gesagt: intensiver.
Im Vergleich zu Modellen aus Erle oder Swamp Ash ist der Frequenzgang
der Gitarre in beide Richtungen weiter ohne irgendwelche Überbetonungen
oder Einbrüche. Der Attack, also die Einschwinggeschwindigkeit
ist deutlich höher, der Ton baut sich also schneller auf, er
springt einem förmlich ins Gesicht. Twäng ! Erfahrungsgemäß
müsste der Ton dann schneller absterben, was man ja von vielen
Halbresogitarren her kennt - aber nein! Sustain ohne Ende.....
Vollkommen verblüfft schaltete ich meinen Overdrive ein - und
die Art wie die Gitarre kommunizierte war ebenfalls intensiver und
vielfältiger. Amp und Gitarre schienen eine Einheit zu bilden,
die mir eine unendliche Vielzahl von Klängen offerierte.
Gut. Nach und nach ging es dann weiter mit der Erforschung neuer
Klangwelten, wobei ich feststellte, dass ich meinen Overdrive um
50% herunterdrehen konnte, da einfach nicht so viel Verzerrung erforderlich
war!
Das Verblüffendste aber ist die Tatsache, dass es am cleanen
Amp einfach Spaß macht Gitarre pur zu zelebrieren. Cleansounds,
die einen Verzerrer nicht vermissen lassen, hatte ich in dieser
Form noch nie.
Natürlich gibt es auch Dinge, die es zu beachten gillt:
Wie auch schon bei unseren Korinagitarren neigt man dazu den Amp
immer weiter aufzudrehen, da dieser Sound einfach dazu verleitet,
weil´s doch sooooo schön klingt und schwingt. Ich höre
gerne Gitarren über eine alte 4 x 12er mit Greenbacks und einem
65er Blackface Bandmaster ab ( Gitarre - Amp - Box ). Steht der
Volume Regler dann auf 5, stellt sich ein leichtes Endstufengecrunche
ein und ab geht die Post! Die Ohren machen danach pfffffffffffffffffffffffffffffffffft
und es ist sicherlich ungesund - aber einfach nur noch geil !
Solch hochresonante Gitarren benötigen also nicht so viel Overdrive
bzw. quittieren zuviel des Guten unmittelbar mit Rückkoppelungen
der gesamten Gitarre, was sich in üblen uuuuuiiiiiii´s
bemerkbar macht.
Also bitte Zerre mit Feeling! Auch sollten Gurtpins auf keinen Fall
irgendwelche Geräusche machen, da diese sonst über den
Amp zu hören sind.
Und last but certainly not least: Meine Bandscheiben freuen sich
über ein Durchschnittsgewicht von 2,95 kg und ertragen so auch
länger ausschweifende Sessions.
Let the good times roll !
Gregor Olbrich |
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